Vive la France - ein Tagebuch zum Schüleraustausch in Laval vom 14. bis 22.03.2018

Nach einer zwölfstündigen Fahrt kamen wir am Mittwoch endlich in Frankreich an. Wir waren alle sehr aufgeregt, aber freuten uns, da zu sein und unsere Gastfamilien kennen zu lernen. Als wir aus dem Bus stiegen, warteten schon fast alle Franzosen auf uns.

 

Nachdem ich meine Austauschpartnerin gefunden hatte, wurde ich sehr herzlich von der Familie begrüßt und wir fuhren nach Hause, wo es erst einmal Abendessen gab und wir uns - anfangs etwas schüchtern - miteinander bekannt machen konnten. Ich war von der langen Fahrt sehr erschöpft und ging dann recht zeitnah schlafen, womit ein sehr anstrengender und aufregender Tag endete.

Am Donnerstag, meinem zweiten Tag in Frankreich, wurde ich nach dem Frühstück von meiner Gastfamilie zum Lycée gebracht, wo wir ein kleines Frühstück und eine Begrüßung des Schulleiters erhielten. Danach wurden wir von dem sehr freundlichen Deutschlehrer durch das Lycée geführt und bekamen auch Einblicke in die geschichtlichen Hintergründe der Schule. Später nahmen wir an einer interessanten Führung durch das Château de Laval teil und durften zur Mittagszeit gemeinsam mit unseren Austauschpartnern in der Schulmensa essen. Zuletzt wurden wir von dem Deutschlehrer durch Laval geführt und er zeigte uns viele interessante Sehenswürdigkeiten wie das Musée de Sciences, die Mayenne und einige Kirchen. Danach hatten wir Freizeit in den Familien, sodass ich meine Gastfamilie noch besser kennen lernen konnte.

Am Freitag haben wir uns mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Austausches, sowohl mit den Deutschen als auch mit den Franzosen, auf dem Busparkplatz hinter der Schule getroffen, um zusammen in eine größere Stadt, nämlich Angers, zu fahren. Dort wurden wir zunächst in eine deutsche und eine französische Gruppe aufgeteilt. In diesen Gruppen bekamen wir jeweils eine Führung durch Angers und durch dessen Schloss, natürlich in unserer Sprache.J Danach hatten wir drei Stunden Freizeit, um etwas zu essen, die Stadt weiter zu erkunden oder shoppen zu gehen. Fast alle haben diese Zeit mit ihren Austauschpartnern verbracht, um sie besser kennen zu lernen. Dabei sind, auf jeden Fall in meiner Gruppe, neue Freundschaften entstanden, sowohl zwischen den Deutschen als auch zwischen den Franzosen. Am Abend fuhren wir dann gemeinsam mit dem Bus zurück nach Laval, um dort in unseren Gastfamilien zu Abend zu essen.

Das Wochenende hat jeder Schüler in seiner französischen Gastfamilie verbracht, denn dieses stand zur freien Verfügung. Viele haben es mit mindestens einem anderen Austauschpärchen zusammen verbracht, da viele der Franzosen und Deutsche mit deren Partnern befreundet sind. Manche gingen bowlen, andere zum Kart Fahren und einige fuhren in größere Städte wie Rennes oder sogar nach Paris.

Meine Familie hat ihr Wochenende zum Beispiel so verbracht: Am Samstag haben wir ganz klischeehaft gefrühstückt mit Croissants und Brioche. Anschließend waren wir auf dem Markt in Laval, kauften dort frischen Fisch und Hühnchen, und gingen später in ein schönes Café. Im weiteren Tagesverlauf besuchten wir noch eine sogenannte „ExpoScience“, wo meine Austauschpartnerin ein Projekt der Schule vertrat. Am Sonntag waren wir dann im Kino und haben uns einen Actionfilm angesehen. Insgesamt war das Wochenende sehr schön.

Meine Austauschschülerin wohnt eine halbe Stunde von der Schule entfernt, sodass wir am Montagmorgen den Bus nach Laval nahmen und durch die Stadt zur Schule liefen. Am Vormittag besuchten wir zusammen mit unseren Austauschschülern den Unterricht, was sehr lustig war, da der Deutschunterricht in dieser Form doch etwas komisch für uns war. Zum Mittagessen gingen wir zur Oma meiner "Corres", die eine kleine Wohnung in Laval hat. Am Nachmittag sind wir deutschen Schüler zum Robert-Tatin-Museum nach Cossé-le-Vivien gefahren. Dieses  Museum ist kein gewöhnliches, wie wir schnell merkten: Nachdem wir einen kurzen Film über Robert Tatin, Maler und Architekt des 20. Jahrhunderts, gesehen hatten, verließen wir das Gebäude und standen draußen am Anfang eines langen Statuen-Weges mit neunzehn riesigen Statuen, die verschiedene Personen wie Pablo Picasso, Toulouse Lautrec oder Karl den Großen darstellen. Jede Statue hat eine besondere Bedeutung und steht für einen bestimmten Lebensabschnitt in Robert Tatins Leben. Nachdem man den Weg der Statuen hinter sich gelassen hat, geht man an einem Drachen und an dem Haus, in dem Tatin zusammen mit seiner Frau gewohnt hat, vorbei und betritt schließlich den Meditationsgarten, der durch verschiedene kleinere Räume, Statuen und Säulen besteht. Auch wenn Tatins Statuen den meisten Besuchern vermutlich eher gewöhnungsbedürftig erscheinen, sind sie trotzdem eine vielmehr beeindruckende und auf eine besondere Art wunderschöne und ungewohnte Kunst - auf jeden Fall einen Besuch wert! Danach ging es dann wieder zurück nach Laval, wo wir von unseren Austauschpartnern empfangen wurden und nach Hause fuhren.

Am Dienstag haben wir uns wieder auf dem Busparkplatz hinter der Schule getroffen, um zusammen mit unseren französischen Austauschpartnern zum berühmten Mont-Saint-Michel zu fahren. Als wir dort ankamen, sind wir mit Shuttlebussen zur Abbaye des Mont-Saint-Michels gefahren, welche wir anschließend besichtigt haben. Dabei hatte jeder von uns einen Audioguide, die Franzosen auf Französisch und wir Deutschen auf Deutsch. Viele haben aufgrund des schönen Wetters die Zeit genutzt, um Fotos mit ihren Austauschpartnern zur Erinnerung zu machen und den vorletzten Tag gemeinsam zu verbringen. Nach der Besichtigung der Abbaye haben sich einige von uns Andenken im Shop gekauft, andere haben die „Insel“ noch etwas erkundet. Nachdem alle mit den Shuttlebussen wieder zu unserem Bus gefahren waren, fuhren wir mit diesem weiter nach Saint Malo, einer Korsarenstadt in der Bretagne. Dort haben fast alle die Zeit damit verbracht, in den verschiedenen kleinen Geschäften shoppen zu gehen oder ein paar typische französische Köstlichkeiten zu probieren. Am späten Nachmittag ging es dann für alle zurück nach Laval und dort in die einzelnen Gastfamilien, wo es wie jeden Abend ein warmes Abendessen gab.

Am Mittwoch hatte ich die Möglichkeit, mir einen kleinen Einblick in den Schulalltag zu verschaffen. Der Tag begann mit zwei Stunden Sport, bei denen die französischen Schüler verschiedene Ausdauerübungen gemacht haben. Nach dem Sport gab es eine kleine Pause, gefolgt von einer Stunde Französisch, die den Schultag abgeschlossen hat. Danach ging es nicht direkt nach Hause, sondern zu einer Grundschule in der Nähe, wo der Vater meines Austauschschülers als Lehrer arbeitet. Dort haben wir ihn dann abgeholt und sind zusammen nach Hause gefahren. Dort gab es dann Mittagessen und der Koffer wurde gepackt. Danach haben wir den Tag gemeinsam ausklingen lassen: Der Nachmittag stand uns mit unseren Austauschpartnern zur freien Verfügung, da die französischen Schüler Mittwochnachmittags, im Gegensatz zu den anderen Wochentagen, an denen der Unterricht erst um fünf Uhr endet, frei haben. Ich habe den Nachmittag mit mehreren Franzosen und Deutschen verbracht, um den letzten Tag gemeinsam zu verbringen.

Am Donnerstag ging es dann leider, aber auch mit einem Lächeln, wieder zurück nach Hause. Der Abschied fiel uns sehr schwer, obwohl wir wussten, dass wir uns nach drei Wochen schon wieder sehen würden. Die neun Tage in Frankreich waren für alle eine sehr interessante Erfahrung und die meisten hätten wahrscheinlich nicht gedacht, dass man sich nach so kurzer Zeit, trotz verschiedener Sprachen, so ans Herz wachsen kann! Ich denke, fast alle von uns würden jeder Zeit wieder an einem Austausch dieser Art teilnehmen. Wir sind Frau Ley und Herrn Heurtebize sehr dankbar, dass sie diese besondere Zeit für uns möglich gemacht haben und freuen uns jetzt auf die Zeit in Deutschland mit unseren Austauschpartnern!

(Linda Bolik, Olivia Dittmann, Jeanette Chizuk, Emily Dittmann und Lara Spies)