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Exkursion nach Weimar

Am 15. und 16. Dezember 2016 unternahmen die Deutsch-Grundkurse der Q2, unter Leitung der Kurslehrer Herrn Werner und Frau Schlenbecker, eine 2-tägige Exkursion nach Weimar, um sich im Rahmen der Weimarer Klassik, bekannt aus vorherigen Unterrichtsthemen, ausgiebig mit deren Vertretern Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller zu befassen. Einen weiteren Schwerpunkt stellte die Vergangenheit Weimars zur Zeit des Nationalsozialismus dar.
Nach der 4-stündigen Busfahrt begann um 11 Uhr die Besichtigung des Konzentrationslagers Buchenwald. Mit 266.000 inhaftierten Menschen aus alles Ländern Europas, zählte es zu den größten Konzentrationslagern auf deutschem Boden. Was 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager begann, wurde mit 56.000 Todesopfern schon bald zum Sinnbild des Massenmordens der Nationalsozialisten. 


 

Eine 30-minütige Filmvorführung mit Zeugenberichten und Aufnahmen des Lagers diente als Einleitung. Drauf folgte eine 90-minütige Führung über das historische Gelände. Die nebeligen Wetterverhältnisse betonten die unheimliche, sowie bedrückende Atmosphäre. Auf besonderes Entsetzen stieß die Genickschussanlage, die nach dem Überfall auf die Sowjetunion zur gezielten Tötung tausender sowjetischer Kriegsgefangener diente. 
Auch die Kälte ließ uns die Leiden der Häftlinge und das Ausmaß der unmenschlichen Gräueltaten, die sich dort zugetragen hatten, am eigenen Körper ansatzweise nachvollziehen.

 

Ganz im Kontrast dazu stand die folgende Führung durch das Goethe-Museum, da Goethes Gedanken bezüglich Humanismus und Klassik die Stadt Weimar zu Beginn des 19. Jahrhunderts enorm geprägt hatten. Die Ausstellung des Goethe-Museums beinhaltete neben Goethes Briefen und Tagebucheinträgen auch persönliche Sammlungen von Naturmaterialien. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf seine facettenreichen Vorlieben gelegt. Neben seiner Tätigkeit als Politiker war er interessiert an Wissenschaften und forschte an verschiedenen Phänomenen der Natur. 


 

Es folgte eine individuelle Besichtigung des Goethe-Wohnhauses und des anliegenden Gartens mit Tourguides. Das Haus sowie einige Möbel sind im Original erhalten. Eine Vielzahl an Bildern und Portraits informiert über Goethes Familie und deren Alltag in Weimar. Dort verfasste Goethe unter anderem auch das bereits im Unterricht behandelte Drama „Faust“. 

Der Rest des Nachmittags stand den Schülern für einen Besuch des bekannten Weimarer Weihnachtsmarktes zur freien Verfügung.
Als Tagesabschluss trafen sich die einzelnen Grundkurse mit ihren Kurslehrern unter anderem in dem Lokal „Divan“, um die Thüringer Spezialitäten zu probieren und sich über die Tageserlebnisse und Impressionen auszutauschen.
Die Unterkunft, eine schlicht gehaltene Jugendherberge, lag 15 Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt. Auf besondere Dankbarkeit stießen die beheizten Räumlichkeiten nach den äußerst kühlen Wetterbedingungen. Insgesamt entsprach die Unterkunft und das Frühstücksbuffet positiv unseren Erwartungen. 

Am Folgetag stand eine Besichtigung des historischen Wohnhauses Friedrich Schillers an. Die Führung beinhaltete biografische Aspekte sowie einen Einblick in das Welt- und Menschenbild des freidenkerischen Schriftstellers. Des Weiteren erfuhren die Schüler einiges über die berühmte Freundschaft mit Johann Wolfgang von Goethe und ihr gemeinsames Wirken. 

 

Vor der Rückfahrt besuchten wir schließlich noch die frühbarocke Schlossanlage Friedenstein im nahegelegenen Gotha. Sie ist deutschlandweit der größte Schlossbau aus dem 17. Jahrhundert und birgt neben vielen Kunstgegenständen und weiteren kostbaren Ausstellungsstücken das berühmte Eckhof-Theater. 


 

Dort werden heute noch Opern- und Schauspielinszenierungen des 17. und 18. Jahrhunderts in möglichst originalgetreuer Ausstattung aufgeführt. Auch Goethe schwärmte für die Stadt Gotha und visitierte oft in das Schloss Friedenstein, auf Grund seiner engen Freundschaft mit dem dort ansässigen Regenten Ernst II. 
Als runden Abschluss bekamen die Schüler während der Rückfahrt die Möglichkeit, die Zeit mit dem Film „Schiller“, mit Matthias Schweighöfer, produktiv zu nutzen, um etwas über Schillers anfängliche Karriere als Theaterschreiber zu erfahren.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Bildungsfahrt bei dem Großteil der Schüler einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Das hautnahe Erleben und Eintauchen in das Leben der Schriftsteller Goethe und Schiller entpuppte sich als großartige Alternative zu den gewohnten Lernmethoden des Schulunterrichts. Die Zusammenhänge bezüglich des historischen Hintergrundes und gesellschaftlicher Strukturen einiger Dramen der Klassik können durch eine solche Bildungsreise noch besser erkannt und entschlüsselt werden. Auch außerhalb des Schulstoffes gab es einiges Interessantes in der Kulturstadt Weimar zu entdecken, um den persönlichen Horizont zu erweitern.

Lara Völlnagel