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Juden im Siegerland, Kirchbau und Kirche im Dritten Reich - Exkursion der GKs Evangelische Religion der Q1

Am längsten Tag des Jahres (24.6.) fuhren wir mit dem Zug von Kreuztal nach Siegen und liefen danach zum Hermelsbacher Friedhof. Dort führte uns Klaus Dietermann von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit über den jüdischen Friedhof. Neben vielen Informationen über jüdische Begräbnisbräuche erzählte uns Herr Dietermann die Lebensgeschichte einiger Verstorbener anhand der Grabsteine auf dem Friedhof. Wir waren sehr beeindruckt von den schlimmen Schicksalen, die viele Menschen durch die Verfolgung durch die Nationalsozialisten während des dritten Reichs erlitten haben. Es macht einen Unterschied, ob man diese Berichte im Geschichtsbuch liest oder sie anhand eines persönlichen Schicksals am Grab eines Menschen erzählt bekommt. Nach dem jüdischen Friedhofsteil besuchten wir ein Gräberfeld von russischen Zwangsarbeitern. Viele der Umgekommenen waren sehr jung, oft nur wenig älter als wir selbst. Neu und bewegend war für uns der Bericht über die mehr als 60 in Siegen beerdigten Kinder, die 1944 und 1945 von Zwangsarbeiterinnen während der Gefangenschaft geboren wurden und die kaum älter als ein Jahr alt wurden.

Nach dieser eindrücklichen Führung gingen wir bei sehr schwülem Wetter in die Siegener Innenstadt und besuchten einige Stätten des Nationalsozialismus und zwei Kirchbauten. Nach der Martini-Kirche ging es zum Platz der ehemaligen Synagoge am Obergraben, von dort zur Marienkirche und zum ehemaligen Kaufhaus Tietz am Siegener Marktplatz. Den Grabstein von Pastor Noa an der Mauer der Nikolaikirche besuchten wir, bevor es in die kühle Nikolaikirche ging. Dort sahen wir die Taufschale aus peruanischem Silber aus dem 17. Jahrhundert und hörten, dass diese Kirche die einzige sechseckige Kirche nördlich der Alpen ist. Der krönende Abschluss der Exkursion war das Besteigen des 53 Meter hohen Kirchturms unter dem Siegener Krönchen mit einer erstklassigen Sicht auf die Siegener Innenstadt. Anschließend hatten wir uns ein Abschlusseis in einer nahegelegenen Eisdiele verdient, bevor es mit dem Zug Richtung Kreuztal nach Hause ging.

 

Bild und Text: Herr Bensberg