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Besuch aus Mexiko

MGIn diesem Schuljahr haben wir eine Gastschülerin aus Mexiko in der 12. Hier ist ihr Bericht über ihre Erfahrungen bei uns:

Hallo! Mein Name ist Margarita González, ich bin 19 Jahre alt, wohne in Kreuztal, komme aber aus Chihuahua, Mexiko. Chihuahua ist eine der größten Städte von Mexiko mit einer Million Einwohner, eine Industriestadt in der Nähe der Grenze zu den USA.

Wieso ich jetzt in Kreuztal bin ? Ich finde verschiedene Kulturen und Sprachen sehr interessant: erst habe ich Englisch gelernt, dann habe ich gedacht: „Ich will Deutsch lernen“. Deshalb habe ich eine Organisation für Schüleraustausch gesucht und jetzt bin ich hier in Kreuztal bei der besten Familie, die man sich vorstellen kann: 4 Gastgeschwister, Gasteltern und 4 süße Kaninchen. Alle sind jetzt ein Teil von meinem Leben, und sie werden immer da bleiben, obwohl ich in 2 Monaten in mein Land zurückkehre. Ich freue mich alle wieder zu sehen, meine mexikanische Familie, meine Freunde, mein Zuhause und meinen Hund, aber irgendwie fühle ich mich auch hier zu hause, deshalb ist es schwer hier Tschüss zu sagen, nach einem der besten Jahre meines bisherigen Lebens.

Ich weiß nicht, was Ihr für ein Vorstellung von Mexiko habt, aber ich kann euch sagen, es ist total anders, so z. B. Chihuahua. Es liegt in Nordmexiko, d. h. wir haben einen ganz langen, sehr warmen und trockenen Sommer mit Wüstenklima, deshalb friere ich seit September trotz Jacke. Ich glaube, alle Leute hier haben gedacht, ich erfriere im Winter, es war richtig kalt für mich, aber habe ich es überlebt.

Über das Essen kann ich sagen, dass es auch völlig unterschiedlich ist. Wir essen kein Brot, keine Kartoffeln, Wurst oder Sauerkraut, dafür aber meistens scharfe Sachen wie Jalapeños oder Habaneros, Reis, Bohnen, Mais, Suppe, Avocado, Tortillas, und viel Fleisch, so wie im typischen Chili Con Carne, in Burritos oder Tacos.

Meine dortige Schule ist auch etwas Besonders, es ist eine katholische Schule, fast wie Open Air: man geht aus dem Unterrichtsraum raus in den Garten und läuft zum anderen Raum. Die Fächer sind ähnlich, aber wir können sie nicht auswählen und ABI gibt es in jedem Fach. Kultur und Leute sind anders. Aber wir feiern oft zusammen: 2x im Monat z. B. singen wir die Nationalhymne bei gehisster Flagge, oder wir feiern gemeinsam den Dia de Los Muertos (Tag der Toten) und Weihnachten. Die Lehrer sind genau wie hier mal mehr oder mal weniger streng, aber wir haben andere Vorschriften und Regeln. So kontrollieren die Lehrer zum Beispiel unsere Schuluniform sehr streng und sie kontrollieren auch die Pünktlichkeit und dass man nicht einfach raus und wieder rein in die Schule kann, wie man möchte. Da meine Schule sozusagen den Abschnitt vom Kindergarten bis zum Gymnasium umfasst, hat sie ungefähr 2.500 Schüler. Ich bin seit der Grundschule da, davor war ich in einem Montessori Kindergarten.

Bevor ich hierhin geflogen bin, habe ich ein bisschen Deutsch gelernt. „Klar das reicht, ich werde auf jeden Fall was verstehen“, habe ich gedacht. Ich habe „Hallo, gut, gut“ gesagt und dann kein Wort verstanden, ich habe immer“ ja, ja“ geantwortet, und manchmal ein überraschtes Gesicht gesehen, dann ganz schnell „neeeein nein“ gesagt. Toilette, Vogel, Apfeltorte, und einige Zahlen umfasste mein Wortschatz. Der erste Monat war stressig und schwer, ich habe mit Händen und Füßen gesprochen. Im zweiten Monat habe ich angefangen, etwas zu verstehen und habe sehr gute Freunde gefunden Das hat mir mit der Sprache und mir selbst ganz viel geholfen. Ihr sind anders als meine Freunde aus Mexiko, aber Ihr sind der „Hammer“, sehr gute Freunde, die ich zu schätzen gelernt habe und die mich immer sehr gut behandelt haben. Mit der Zeit konnte ich immer besser sprechen, es ist immer noch nicht einfach und nicht perfekt (Wieso lachen alle, wenn ich sage: „Ohhh, ich bin so heiß.“???), aber für neun schnell vergangene, coole Monate finde ich es gut, und es macht viel Spaß, nicht nur die Sprache, sondern auch viele andere Dinge zu lernen. Ich bin äußerlich und innerlich gereift und erwachsener geworden, mit neuen Sehweisen auf das Leben, und habe eine andere Kultur kennen und schätzen gelernt.

Fasziniert haben mich unter anderem der verrückte Karneval mit den kreativen Kostümen und 2 Schulfahrten: nach Weimar auf den Spuren von Goethe und Schiller und nach Österreich zur Skifreizeit, wo ich Snowboard fahren gelernt habe und viele nette Leute kennenlernen durfte..

Eine sehr schöne Zeit war Weihnachten, und das hat mich überrascht, da es anders war als in Mexiko, aber unglaublich schön. Ich fühlte mich geborgen wie zuhause in meiner Familie, um die Geburt Jesu zu feiern. Der Weihnachtsbaum und die Weihnachtsdekoration waren einfach perfekt. Dann kam mein Geburtstag. Erst war ich nervös, aber der Tag war toll: meine Familie hat mir einen Kuchen gebacken, sich mit mir gefreut, mich umarmt und für mich gesungen. Dann in der Schule haben meine Freunde mir einen Supertag  bereitet, zusammen meinen Geburtstag gefeiert und mir sehr schöne Aufmerksamkeiten zukommen lassen. An dem Tag hatte ich auch Theaterprobe, weil ich eine kleine Rolle im Schultheater übernommen habe. Auch das war eine interessante Erfahrung und hat Spaß gemacht.

Ich würde gerne meiner Gastfamilie für die glückliche Zeit danken, für alles was sie für mich gemacht haben, mich als Teil ihrer Familie aufzunehmen, mich auch mal zu drücken, wenn es nötig war, kurzum immer für mich da zu sein. Meinen Freunden danke ich besonders für die guten Kontakte, da sie mir eine gute Zeit mit viel gemeinsamen Spaß bereitet haben. Allen Leuten in der Schule danke ich, meinen Mitschülern, die immer nett waren, natürlich auch den Lehrern im Unterricht. Sie wussten, dass ich nicht alles verstehe, manchmal habe ich auch etwas im Unterricht mitgemacht, zum Beispiel ein Referat gehalten. Danke für ihre Geduld. Danke an Herrn Hoss und Herrn Mehl, die mich immer unterstützt und mir geholfen haben. Ich wusste, dass sie immer für mich da waren und ich konnte jederzeit mit ihnen reden. Und schließlich danke ich meiner mexikanischen Familie, weil sie mir die Chance gegeben haben, hierher zu kommen und ich -trotz der Entfernung- immer ihre volle Unterstützung hatte. Ich kann einfach sagen dieses Jahr hat meine Erwartung übertroffen, dieses Jahr war einfach ...suuuuper! Danke!!!

Margarita González A.

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