Per aspera ad astra oder: der beschwerliche Weg zu den Sternen

Herr SpringobDass ganz oben auf dem Haardter Berg auf interessierte Besucher eine äußerst steile Wendeltreppe,
danach noch eine nahezu senkrechte Metallleiter und zu guter Letzt eine kleine enge Kuppel warten, (siehe Bilder) zeigte einer neunköpfigen Gruppe von Schülern unseres Gymnasiums, dass gewisse Anstrengungen unvermeidlich sind, will man bei eisiger Kälte und Dunkelheit in der Sternwarte der Universität Siegen den extrem großen Weltraum beobachten.

WendeltreppeSchüler auf der Treppe

Unter der fachkundigen Leitung des „Sternwärters“ Springob gelang den Kreuztaler Gymnasiasten ein faszinierender Einblick ins All: Bei klarer Sicht konnte der Jupiter und seine Monde beobachtet werden, der Kontrast zwischen der Enge der Kuppel und der Weite des Weltraums hätte nicht größer sein können, der mühsame „Aufstieg“ wurde belohnt. Diese optische Exkursion ins All  war aber nur der Höhepunkt eines langen Donnerstagnachmittags für die angehenden jungen Astrophysiker: Zuvor schon hatten diese – unterstützt von Prof. Wunderlich (Physik) und Dr. Nöll (Chemie-Biologie) – einige dicke Bildungsbrocken aus dem Weg geräumt:

VorlesungVermittelt durch Physiklehrer Bender hatte nämlich Universitätsprofessor Dr. Schwarz (Didaktik der Physik) den Schülern im Gelben Hörsaal die neuesten Erkenntnisse der Astrophysik erläutert: Das Universum dehnt sich immer schneller aus! Und wir reisen mit!
Bereits ab 17.00 hatten die Schüler in einem spannenden Vortrag von Prof. Schwarz diese überraschende Erkenntnis der Astrophysiker Perlmutter, Schmidt und Riess (Nobelpreis für Physik 2011 für  Forschungen an Supernovae-Explosionen) zur Kenntnis genommen und sich sicherlich genau daran in der allzu engen  Wendeltreppe zur Sternwarte noch einmal erinnert.
Für acht der neun teilnehmenden Schüler gab es aber einen weiteren Grund, den Ausführungen von Prof. Schwarz zu lauschen: Sie werden in Kürze ihre Physik-Facharbeit an der Uni Siegen im Schülerlabor von Prof. Schwarz schreiben, auf diese Weise wird die Zusammenarbeit zwischen unserem Gymnasium und der Universität Siegen schon in der gymnasialen Oberstufe vorbereitet und die Schüler bereits während ihrer Schulzeit mit universitärem Leben vertraut gemacht, so die Idee dahinter.  Aber auch der neunte Schüler der kleinen Kreuztaler Delegation arbeitet bereits während der Erstellung seiner Facharbeit an der Uni Siegen: Prof. Schönherr (Physikalische Chemie) hat sich ebenfalls bereit erklärt, einen unserer Kreuztaler Schüler bei seiner Arbeit zu betreuen.
Dass einige der Schüler darüber hinaus vorher noch die logistische Meisterleistung vollbracht hatten,  an einem Begabten- Kurs auf dem weiter entfernten Emmy-Noether-Campus teilzunehmen und trotzdem rechtzeitig auf dem Haardter Berg zu erscheinen, spricht für sich. Und dass die beschwerliche Rückfahrt durch dichten Nebel ging, ließ die himmlischen Beobachtungen des Tages  wiederum in umso hellerem Licht erstrahlen.

Schülergruppe

Physik-Lehrer Dirk Strohlos vom Städtischen Gymnasium Kreuztal und Prof. Schwarz von der Uni Siegen, umringt von interessierten Schülern unserer Schule.

Dirk Strohlos