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Palliativmediziner zu Gast im Städtischen Gymnasium Kreuztal

"Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben"- Dieses Zitat von Sisley Saunders, der Begründerin des modernen Hospizwesens, stand im Mittelpunkt des Gesprächs der Schülerinnen und Schüler des Religion-Grundkurses der Jahrgangsstufe zehn mit dem Dortmunder Internisten Dr. Klaus Harbig. Der Kurs hatte den Palliativmediziner im Rahmen des Religionsunterrichtes eingeladen, um aus seiner langjährigen Erfahrung in der Begleitung Sterbender zu berichten.

Gerade wenn Schwerstkranke ihr Lebensende absehen können, seien, so Harbig, die Grenzen der moderne Apparatemedizin deutlich. Die Kranken brauchten Menschen, die ihnen nahe sind und sie begleiten. So seien neben den Seelsorgern und Angehörigen die Palliativmediziner für die Betroffenen wichtige Stützen in ihren verbleibenden Stunden.

"Das Problem unserer modernen Medizin ist die abhanden gekommene Menschlichkeit", sagte Harbig, der die schmerzstillende Behandlung durch den Arzt sowie die seelsorgerische Betreuung der Patienten als Voraussetzung für eine intensive, bewusste und hilfreiche Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, Sterben und dem bevorstehenden Tod sieht.  Da die Fragen nach Leid, Sterben und Tod in unserer Gesellschaft im Alltag oft aus dem Leben verdrängt würden und so Berührungsängste mit den sterbenden Menschen entstünden, ermutigte er die Schülerinnen und Schüler, sich mit der letztlich nicht zu verdrängenden Thematik auseinanderzusetzen.

Markus Krümpel